Humans of New Work

Mirjam Kleine & Lars Braitmayer

Human Resources & Inspiration and Education, Viva con Agua de Sankt Pauli e.V.

#Societal Change

Wednesday July 5th, 2017
Monika Jiang


Both Mirjam Kleine and Lars Braitmayer have experienced Viva con Agua’s growth from a small circle of friend to an association. For both of them, Viva con Agua de Sankt Pauli e.V. stands for bravery, authenticity, and the freedom to continuously create new opportunities, discover one’s potential, and grow a team without losing the company’s original spirit. The organization’s initial founding idea dates back to Lars’ and founder Benjamin Adrion’s childhood. Growing up together, both felt the need to introduce something of their own into society. An idea born in Cuba, Viva con Agua was founded as an organization that advocates for the supply and preservation of clean water and basic sanitation. Today, their engagement ranges from creative fundraising for drinking water supply projects in countries like Nepal and Ethiopia, to hygiene workshops at football matches with school kids in Uganda. To this day, Viva con Agua is in constant evolution.
“I have a fundamental interest in development, what makes people change, and how they overcome challenges. Viva con Agua has been in development from day one, and that’s the reason we’re where we are now. From a small group of friends to our vast network of volunteers, we’re in constant workplace change.”
Especially last year while rapidly growing, the team at Viva con Agua always came back to the same question, “How do we want to work together?” Mirjam, who joined Viva con Agua as a volunteer during the company’s early stages, has experienced and shaped the search for a balance of structure and responsibility.
“At the beginning, people joined voluntarily for fun, and spontaneously it became a job. For many, it was their first time with all the rules and office hours. At first, we had more rigorous direction, only after were we able to find a happy medium where we learned how to manage our freedom. We base our collaboration on trust. Apart from our weekly team meeting, everyone has the freedom to work how and where they want. Each person is responsible for their own decisions. Everyone knows when a project requires 40 or 10 hours of work a week. Some people coped well with the new structures and processes; others didn’t.”
After 10 years at Viva con Agua, Mirjam is sure that it is humans and therefore a shared culture which defines collaborative work.
“Culture is only real when people live by it, not when it’s only pinned on the wall. As Viva con Agua organizations spring up in other countries, it’s even more important to streamline this belief, to take responsibility for oneself, and work toward shared goals. Culture can’t be the same everywhere, but it should be grounded in the same assumptions.”
Lars holds a similar belief. For him, it’s clear; a voluntary network can’t function by prescribing how people should get involved which is why he’d like to see Viva con Agua remain a system for experimenting, learning and allowing everyone to define work and involvement for themselves.
“Find the way you work best. If we look to the future when many processes are automated, certain jobs will become redundant creating new opportunities that beg the question, Where are human beings not unnecessary? Today, the worst paid jobs are in sectors like education and nursing, which will continue to be performed by people. I see a macro-social challenge that requires a proactive approach of co-creating. Otherwise, we won’t know what to do with 50% of our unemployed working citizens. For this reason, we need people to learn self-responsibility.”
Mirjam und Lars haben die Transformation von Freundeskreis bis Vereinsgründung von Viva con Agua de Sankt Pauli e.V. aktiv miterlebt und gestaltet. Für beide steht die Organisation für den Mut zur Authentizität und Freiheit, mit der immer wieder neue Möglichkeiten entstehen, sich selbst zu entfalten, sich als Team weiterzuentwickeln und zu lernen, ohne den originären Kern zu verlieren. Die Idee der Organisation geht in die Kindheitstage von Lars zurück, der gemeinsam mit Gründer Benjamin schon damals feststellte, dass sie jenseits der Spielregeln der Welt etwas Eigenes schaffen wollten. Ein paar Jahre später entstand auf Kuba die Idee von Viva con Agua, einem Netzwerk von Menschen und Organisationen, das sich für den menschenwürdigen Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitärer Grundversorgung einsetzt. Ihr Engagement reicht heute von kreativem Spendensammeln zur Finanzierung von Projekten zur Trinkwasserversorgung in Ländern wie Nepal oder Äthiopien bis zu Hygieneworkshops beim Fußballspielen mit Schulkindern in Uganda. Bis heute, erzählt Lars, durchläuft Viva con Agua immer wieder neue Entwicklungsstufen.
“Mich interessiert grundsätzlich immer Entwicklung, was Menschen zur Veränderung bewegt und wie sie mit Herausforderungen umgehen, die einfach Teil des Ganzen sind. Viva con Agua hat sich seit Tag 1 selbst in der Entwicklung befunden, es ist der Grund, warum wir da sind, wo wir jetzt sind. Vom Freundeskreis hin zu unserem großen Netzwerk an Ehrenamtlichen. Wir befinden uns in einer konstanten Veränderung des Arbeitsumfeldes.”
Besonders im letzten Jahr und mit wachsender Belegschaft stellte sich immer wieder die Frage: Wie wollen wir zusammen arbeiten? Mirjam, die als Volunteer zu wilden Anfangszeiten bei Viva con Agua einstieg, hat die Reise zur Findung einer Balance aus Selbstverantwortlichkeit und Strukturen miterlebt und geformt.
“Am Anfang haben sich die Leute aus Spaß zusammengefunden, ganz freiwillig und auf einmal wurde es zu einem Job, für viele sogar der erste, mit Bürozeiten und Regeln. Wir mussten erstmal in die extrem andere Richtung, um dann eine gesunde Mitte zu finden und zu lernen, wie wir mit Freiheiten umgehen. Außer für das wöchentliche Teammeeting hat jeder von uns die Freiheit, zu arbeiten wie und wo er möchte. Wir überlassen es der eigenen Verantwortung und basieren unsere Zusammenarbeit auf Vertrauen – jeder weiß wann ein Projekt verlangt, dass man 40 oder 10 Stunden pro Woche arbeitet. Für manche war es leichter mit veränderten Strukturen und Abläufen umzugehen, für manche weniger.”
Nach 10 Jahren Viva con Agua zieht Mirjam das Fazit, dass es immer die Menschen sind, und damit die gemeinsam geteilte Kultur, die das gemeinsame Arbeiten wirklich prägen.
“Eine Kultur ist dann lebendig, wenn die Menschen danach leben und sie nicht groß nur an den Wänden steht. Jetzt, wo Viva con Agua-Organisationen auch in anderen Ländern gegründet wurden, gilt das besonders – der rote Faden der alle verbindet, ist das Wissen und der Glaube daran,  sich für sich selbst zu engagieren und ein gemeinsames Ziel zu verfolgen. Die Kultur soll nicht eins zu eins überall gleich aussehen, aber auf denselben Annahmen basieren.”
Eine ganz ähnliche Haltung verfolgt auch Lars, für den feststeht, dass auch einem ehrenamtlichen Netzwerk nicht vorgegeben werden kann, wie Menschen sich engagieren sollen. Deshalb wünscht er sich, dass Viva con Agua weiterhin ein System bleibt, sich auszuprobieren, zu lernen und jedem das Recht zu erlauben, Arbeit und Engagement für sich selbst zu definieren.
“Finde deinen Weg, wie du deine Arbeit für alle am besten machen kannst. Wenn wir in die Zukunft schauen werden viele Abläufe automatisiert, bestimmte Arbeitsplätze werden unnötig. Dadurch eröffnen sich aber genauso neue Möglichkeiten mit der Frage: Wo machen sich Menschen nicht unnötig? Stand heute sind die schlechtbezahltesten Berufsfelder wie Erziehung, Bildung und Pflege diejenigen, die weiterhin von Menschen ausgeführt werden. Ich sehe eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, deren Entwicklung heute proaktiv mitgestaltet werden muss, sonst stehen wir irgendwann da und wissen nicht, was wir mit 50% der Bürger ohne Arbeit tun sollen. Genau dafür müssen Menschen lernen, Selbstverantwortung zu tragen.”
Like us and follow us:

More stories

Navigation button