Humans of New Work

Nina Pestke

PR & Marketing, soulbottles

#NewWorkModels

Wednesday October 25th, 2017
Monika Jiang



What does work mean to you?
Professional development.
One thing you like/dislike about your job?
Being independently creative in my contribution to the world on the one hand, and on the other, having the feeling that it will take a lot longer to get to a better world.
How is the human at the core of your work?
We want to appreciate and work together, meaning there are no professional masks and there’s always space for interpersonal relationships.
One thing you’d like to change about the work system?
I’m hoping for a humanization of work.

Nina Pestke is responsible for communications, PR and marketing at B-Corp holacracy organization soulbottles. By producing 100% plastic-free glass bottles, the Berlin company fights global plastic waste and donates a Euro per sale to Viva con Agua’s drinking water projects. For a year, Nina has been advocating to create social impact outside the system and to contribute to the world through small daily changes. In brief, bringing more soul to the world and internally to the organization However, when reflecting on the very start of her career, she remembers a different kind of work culture which she experienced in different newsrooms of media industries ranging from radio and television to newspapers and blogs and, ultimately, in the creative department of a traditional advertising agency. What she values are the insights she’s gained from framing creative, conceptual work by structured processes. Still, Nina wasn’t entirely fulfilled.
“The human factor often plays a minor role in most of the agencies. I missed having the opportunity to fully contribute and be driven by purpose rather than earning a paycheck. So I decided to change my work-life and, as simple as it sounds I saw a job posting for soulbottles, sent my application and it worked out.”
The shift from the glamorous advertising world to a young, self-organized social startup was indeed a radical one. What the founders Georg Tarne and Paul Kupfer grew from a crazy idea with 20 bottles in their shared apartment has now evolved to a 30-man holacracy organization with 500 retailers worldwide. The glass bottle itself is the product of the Thuringian glass-blowing town, hence the 100% Made in Germany label. Not only is soulbottles’ social impact is impressive, but also the how they work together. Organized in circles as part of their holacracy structure, as well as practicing non-violent communication, both show the importance of individual empowerment as part of the collective.
“At work, we aim to meet each other purposefully and appreciatively, while remaining efficient. As you can tell from the name, Holacracy sets our company structure and non-violent communication in the way we communicate with each other. Both models put empowerment at the forefront. Holacratic work is based on the self-organization and the self-responsibility of all employees in their roles. There’s no boss or supervisor. We have a bi-weekly tactical meeting where we take our time to exchange thoughts about projects and to enable transparency and direct feedback. These meetings follow a certain structure, which was unusual to me at first. For example, the check-in and check-out where we ask, ‘What is alive with you?’ It’s unusual but pretty important to know how everyone is doing and to be able to react to that. Also being fully present at the meeting. We always question, ‘What do you need to remain focused?’ Of course, to live this kind of structure we spend more time in meetings but it pays off.”
Open communication and consideration of personal needs are at the core of self-organization. That’s how salaries were established together at the beginning of this year. Whether holacracy could work for larger organizations, is unclear to Nina.
“If you don’t try it, you’ll never know. I believe that solid structure and commitment by everyone can open up many opportunities. For instance, we’re currently experimenting with a colleague who will work remotely for five weeks and only be on-site one week, and with another colleague who has just become a mother and started to work part-time with us; partly at home, partly at the office. That’s what I mean with humanizing work.”

Was bedeutet Arbeit für Dich?
Entfaltung, im professionellen Sinne.
Eine Sache, die Du an Deinem aktuellen Job liebst / nicht liebst.
Auf der eine Seite, dass ich mich eigenverantwortlich kreativ für die Welt einbringen kann und gleichzeitig das Gefühl, dass es bis zu einer wirklich besseren Welt für noch ein sehr sehr weiter Weg ist .
Wie wird der Mensch bei Deiner Arbeit in den Mittelpunkt gesetzt?
Wir wollen sinnstiftend und wertschätzend miteinander arbeiten. Konkret heißt das: Es gibt keine professionellen Masken; alles Zwischenmenschliche hat Raum.
Eine Sache, die Du im System Arbeit verändern möchten.
Ich wünsche mir, dass das System Arbeit menschelt.

Nina Pestke ist verantwortlich für den Bereich Kommunikation – PR und Marketing in der B-Corp Holacracy-Organisation soulbottles. Das Berliner Unternehmen kämpft mit der 100% plastikfreien Glastrinkflasche gegen die globale Plastikmüllbelastung und gibt einen Euro pro verkaufter soulbottle zurück in Trinkwasserprojekte von Viva con Agua. Seit über einem Jahr setzt sich Nina mit dafür ein, sozialen Impact aus dem System heraus zu schaffen und mit kleinen Veränderungen im Alltag etwas Gutes beizutragen. Kurzum: Mehr Soul in die Welt bringen. Und das auch unternehmensintern. Wenn sie die Zeit allerdings zu ihrem Berufseinstieg zurückdreht, erinnert sie sich an andere Arbeitskultur. Zuerst in Redaktionen der unterschiedlichsten Medienbranchen, von Radio, Fernsehen über Zeitungen und Blogs, bis hin zu Text und Konzeption in der Kreation einer ganz klassischen Werbeagentur. Was aus dieser Zeit positiv blieb, war das kreative, konzeptionelle Arbeiten, eingerahmt in strukturierte Prozesse. Trotzdem war das nicht wirklich erfüllend:
“Der Faktor Mensch spielt in den meisten Agenturen deutlich weniger eine Rolle. Sich voll und ganz einzubringen und gehört zu werden, einen wirklichen Purpose neben Geld zu haben, das hat mir gefehlt. Also habe mich entschlossen, etwas anderes zu machen. Und, so einfach wie es klingt, war es auch: Eine soulbottles Ausschreibung gesehen, eine Bewerbung verschickt und es hat geklappt.”
Der Umbruch von der glamourösen Welt der Werbung zu einem jungen, selbstorganisierten Social Startup war aber auch radikal. Was vor fünf Jahren als verrückte Idee mit einer ersten Charge von 20 Flaschen im WG-Zimmer der beiden Gründer Georg Tarne und Paul Kupfer entstanden ist, hat sich mittlerweile als 30-köpfige Holacracy Organisation mit 500 Einzelhändler*innen weltweit etabliert. Die Glasflasche wird in einer Thüringer Glasbläserstadt produziert und trägt mit Stolz das Siegel: 100% Made in Germany. Nicht nur der soziale Impact ist beeindruckend, sondern auch die Art und Weise, wie bei soulbottles zusammengearbeitet wird. Sowohl bei der Holacracy Struktur in sogenannte ‘Circles’ als auch bei der praktizierten Gewaltfreien Kommunikation (GFK) wird das Empowerment des Einzelnen als Teil des Kollektivs in den Vordergrund gestellt.
“Wir wollen uns bei der Arbeit sinnstiftend und wertschätzend begegnen und trotzdem effizient bleiben. Holacracy gibt dafür unsere Unternehmensstruktur vor und die Gewaltfreie Kommunikation (GFK) – wie der Name schon sagt – die Art, wie wir miteinander kommunizieren. Bei beiden Modellen geht es in erster Linie um Empowerment. Holokratisches Arbeiten basiert vor allem auf Selbstorganisation und -verantwortung aller Mitarbeiter in ihren eigenen Rollen. Da gibt es keinen Chef oder Vorgesetzten. Wir haben ein zweiwöchentliches Tactical Meeting, in dem wir uns Zeit nehmen, uns über Projekte auszutauschen, um Transparenz und direktes Feedback zu ermöglichen. Diese Meetings haben eine besondere Struktur, die für mich am Anfang ungewohnt war. Zum Beispiel: der Check-in und Check-out. Da fragen wir: ‘Was ist gerade bei dir lebendig?’. Ungewöhnlich, aber eigentlich super wichtig zu wissen, wie es jedem geht, um sich entsprechend aufeinander einzustellen und dann aber auch während des Meeting “ganz da” zu sein. Wir stellen uns immer wieder die Frage: ‘Was brauchst Du?’, um den Fokus zu halten. Trotzdem haben wir schon mehr Meetingszeit, um diese Struktur leben zu können, aber es zahlt sich aus.”
Die offene Kommunikation und Berücksichtigung persönlicher Bedürfnisse sind das A und O der Selbstorganisation. So wurden auch Gehälter beispielsweise Anfang des Jahres gemeinsam festgelegt. Ob Holacracy perspektivisch auch für größere Unternehmen übertragbar ist, sieht Nina offen und positiv.
“Wenn man es nicht ausprobiert, weiß man es nicht. Ich glaube, mit einer soliden Strukturierung und einem von allen gelebten Commitment, kann es viele Möglichkeiten eröffnen. Wir experimentieren zum Beispiel auch gerade mit einem Kollegen, der ab sofort fünf Wochen remote arbeiten und nur noch eine Woche vor Ort sein wird. Und eine Kollegin, die Anfang des Jahres Mami geworden ist, hat gerade wieder angefangen, halbtags bei uns zu arbeiten: teils von zu Hause, teils hier im Büro. Das meine ich mit menscheln.”
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